Die Verlobte meines Sohnes hat mir den Kopf rasiert, deshalb habe ich auf ihr 120-Millionen-Dollar-Erbe verzichtet.

Einer von ihnen witzelte, dass ich wenigstens alle Hochzeitskosten übernehmen würde.

Camille lachte lauter, als der Witz es verdiente.

„Es gibt hundertzwanzig Millionen Gründe, sie zu ertragen“, sagte sie.

Hunderzwanzig Millionen Gründe, sie zu ertragen.

Dann, leiser, in einem Ton, der nur zwischen ihnen beiden verständlich war: Sobald das Geld da sei, würde sich alles ändern. Laut ihr hatte Miles bereits zugestimmt – offenbar unter vier Augen, ohne mich einzuweihen –, dass sie Abstand von Castlewood brauchten. Von diesem Haus. Von mir. Devisen.

Ich hätte dieses Büro verlassen und die drei sofort zur Rede stellen sollen.

Stattdessen sagte ich mir, ich würde bis nach den Flitterwochen warten, wenn alles ruhiger wäre, wenn ich das Thema ansprechen könnte, ohne genau wie die kontrollsüchtige Schwiegermutter zu wirken, für die Camille mich offensichtlich schon hielt.

Am nächsten Morgen wurde mir diese eine Nacht des Zögerns zur Strafe.

Nachdem ich den Zettel gefunden hatte, rief ich Miles an.

Direkt auf die Mailbox.

Ich schrieb ihm so ruhig wie möglich, dass etwas Schreckliches passiert sei und er mich sofort zurückrufen müsse.

Stattdessen ging Camille ans Telefon.

Sie sagte, ich solle ihn nicht stören – er ziehe sich gerade an, es sei sein Tag, das verstand ich natürlich. Dann schlug sie fast sanft vor, ich solle vielleicht einfach zu Hause bleiben, anstatt aufzutauchen und „Mitleid zu suchen“.

Ich öffnete meinen Kleiderschrank.

Mein hellblaues Kleid, das ich als Mutter des Bräutigams getragen hatte, hing in Streifen auf dem Kleiderbügel. Hochzeit.

Mein Schmuckkästchen, das dreißig Jahre lang auf dieser Kommode gestanden hatte, war spurlos verschwunden.