Nina Petrowna hatte zwölf lange Jahre für ein Sommerhaus gespart. Jeden tausend Rubel, den sie ersparte, legte sie mit größter Sorgfalt beiseite – sie sparte für ihre Rente, schränkte ihre Ausgaben für Lebensmittel ein und besserte ihr Einkommen mit Nebenjobs auf, um ihrem Traum näherzukommen. Als sie endlich genug gespart hatte, um ein älteres, aber vielversprechendes Häuschen in der Gartenbaugenossenschaft „Rasswiet“ zu kaufen, konnte sie es kaum fassen, dass sich ihre jahrelangen Bemühungen endlich ausgezahlt hatten. Jeder Tag, der sie ihrem Ziel näher brachte, war ein kleiner Sieg für sie, und nun, da sie vor der Schwelle ihres eigenen Zuhauses stand, spürte sie, dass sich alle Mühen gelohnt hatten.
Das Häuschen, obwohl ein wahr gewordener Traum, erforderte viel Arbeit und Renovierungsarbeiten. Die Holzstufen der Veranda schwankten bei jedem Schritt, als würden sie jeden Moment zusammenbrechen. Die Farbe blätterte stellenweise ab und gab verrottetes, geschwärztes Holz frei. Der Flur war vollgestopft mit nutzlosen Dingen, die die Vorbesitzer zurückgelassen hatten – alte Möbel, rostiges Werkzeug, Taschen mit unbekanntem Inhalt, die eher Besorgnis als Neugierde weckten. Trotzdem betrachtete Nina Petrovna das Haus mit Liebe. Sie sah es nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Chance, sich eine gemütliche Oase zu schaffen, in der sie dem Trubel der Stadt entfliehen und die Ruhe der Natur genießen konnte.
„Mama, du weißt doch, dass ich gerade ein Projekt am Laufen habe“, antwortete ihr Sohn Igor, als sie ihn schüchtern um Hilfe bei der Renovierung bat und winkte ab, als ob ihre Bitte in seinem vollen Terminkalender völlig irrelevant wäre. „Vielleicht im Herbst, wenn ich mal Zeit finde“, fügte er hinzu, ohne ihr in die Augen zu sehen – ein klares Zeichen, dass er nicht die Absicht hatte, sich in nächster Zeit an dieses Vorhaben zu machen. Auch Tochter Swetlana fand eine Ausrede, um ihre mangelnde Beteiligung zu rechtfertigen: „Mama, wir renovieren das Haus und müssen Danil zum Training fahren, da ist einfach keine Zeit. Du kannst es selbst machen oder jemanden beauftragen“, sagte sie, als wäre das die einfachste Lösung, ohne zu bedenken, dass seine Mutter weder unbegrenzte finanzielle Mittel noch die Kraft hatte, die ganze Arbeit allein zu bewältigen. Neffe Andrei ging nicht einmal ans Telefon – er legte auf und schrieb eine knappe Nachricht: „Beschäftigt, rufe später zurück.“ Natürlich meldete er sich nie zurück, und sein Schweigen sprach Bände. Nina Petrowna jedoch hegte keinen Groll gegen ihre Lieben – ihr Leben lang hatte sie sich daran gewöhnt, sich hauptsächlich auf sich selbst zu verlassen, und betrachtete die Hilfe anderer als ein angenehmes, wenn auch seltenes Privileg, nicht als etwas Selbstverständliches. Eine Nachbarin, Marina Ivanovna, die sich in solchen Angelegenheiten auskannte, empfahl zwei ortsansässige Handwerker – Vasya und Seryozha –, die zu fairen Preisen alle Arbeiten übernehmen würden, von kleineren Reparaturen bis hin zu Komplettsanierungen. „Tante Nina“, sagte Vasya, während er das Haus sorgfältig musterte und sich alle anfallenden Arbeiten notierte, „es ist ein gutes Haus, nur etwas vernachlässigt. Wir bringen es wieder in Ordnung, keine Sorge.“ Seine Worte klangen wie ein Versprechen, dem Nina Petrovna vertrauen konnte, denn sie sah in ihren Augen die aufrichtige Arbeitsbereitschaft und die Zuverlässigkeit, die ihren eigenen Kindern so sehr fehlte.
Und tatsächlich – sie erledigten ihre Aufgabe hervorragend. Sie arbeiteten fleißig, ohne billige Pfuscherei, mit echtem Engagement, das sich in jedem Detail zeigte. Sie verstärkten die Verandatreppe mit neuen, stabilen Dielen, die nun nicht mehr unter dem Gewicht durchhingen. Sie strichen das ganze Haus in einem freundlichen Hellblau und verliehen ihm so ein frisches, freundliches Aussehen. Sie entsorgten den gesamten unnötigen Bauschutt und Müll und hinterließen das Haus sauber und bereit für weitere Renovierungsarbeiten. Nina Petrovna, dankbar für die harte Arbeit ihrer Männer, verwöhnte sie mit köstlichen, selbstgekochten Mahlzeiten und lud sie zum Tee mit selbstgebackenem Kuchen ein, der stets im Nu verputzt war. Die Männer, die ihre Gastfreundschaft sehr schätzten, arbeiteten mit noch größerem Eifer, da sie spürten, dass ihre Anstrengungen wahrgenommen und respektiert wurden. „So eine Hausfrau ist selten“, sagte Serjoscha zu seiner Frau, als er nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kam. „Sie bewirtet dich, bezahlt dich fair und bedankt sich sogar noch“, erzählte er anerkennend und betonte, dass es sich lohne, für solche Menschen sein Bestes zu geben.
Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten und dem Erstrahlen des Hauses in neuem Glanz baute Nina Petrovna ein kleines Gewächshaus im Garten, in dem sie Tomaten und Gurken anbaute. Sie kaufte bunte Lichterketten, die sie auf der Veranda aufhängte und so eine zauberhafte, gemütliche Atmosphäre schuf. Außerdem stellte sie Töpfe mit Petunien und Ringelblumen auf, die den ganzen Sommer über blühten und dem Ort noch mehr Charme verliehen. Das Ergebnis war ein unglaublich bezaubernder Ort voller Frieden und Harmonie, der ihre Persönlichkeit perfekt widerspiegelte. Abends, wenn die Sonne hinter den Bäumen versank, saß sie mit einer Tasse heißem Tee auf der Veranda, lauschte dem Vogelgesang, der sie bei jeder Rückkehr zu begrüßen schien, und sie fühlte, dass sieIhre Seele findet Ruhe vom Lärm der Stadt und den ständigen Sorgen, die sie jeden Tag in der Stadt begleiteten.