Meine Schwägerin bezeichnete unsere Wohnung als Fehler und behauptete, die Bank würde uns bald rausschmeißen. Doch kurz darauf rief sie an und verlangte eine hohe Summe.

Viktor Pawlowitsch, mein Schwiegervater, ein Mann der alten Schule, der bis zu diesem Zeitpunkt die sich entfaltende Farce schweigend beobachtet hatte, runzelte immer tiefer die Stirn.

Langsam legte er seine Gabel beiseite, warf seiner Tochter mehrmals einen warnenden Blick zu und stemmte dann die Fäuste schwer auf den Tisch.

— Genug für euch beide. Seid ihr hierher gekommen, um zu gratulieren oder um anderen Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen?

Nina Arkadjewna versuchte, etwas über familiäre Fürsorge zu flüstern, aber ihr Schwiegervater unterbrach sie:

„Andrej und Tatjana haben fünf Jahre lang gearbeitet und nie jemanden um einen Rubel gebeten. Du bist nicht gekommen, um uns zu gratulieren, sondern um uns abzuwerten. Und du“, er wandte seinen strengen, durchdringenden Blick Marina zu, „steck deinen Taschenrechner weg. Du hast die Wohnung deiner Großmutter ohne Hypothek oder Anzahlung bekommen. Du hast noch keine einzige Rate für deine eigenen Wände bezahlt. Also versuch nicht, mit einem Taschenrechner die Knechtschaft anderer zu messen.“

Er holte tief Luft, sah Andrey und mich an und sagte bestimmt:

— Die Wohnung ist hervorragend. Die Renovierung ist sorgfältig ausgeführt. Ich bin stolz auf dich.

Marinas Gesicht lief vor Wut knallrot an. Sie sprang abrupt auf und stieß ihren Stuhl mit einem Knall zurück.

— Ach, wirklich?! Na dann bleib doch in deinem Palast! Wenn die Bank dich rauswirft, komm mir bloß nicht angerannt!

Sie stürmte in den Flur und knallte die Tür laut zu. Wir rührten uns nicht einmal, um sie aufzuhalten.

Eine Woche später klingelte Andrejs Telefon während des Abendessens. Als er den Namen seiner Schwester auf dem Display sah, schaltete er wortlos auf Lautsprecher.

„Andryukha, hallo“, sagte meine Schwägerin mit süßlicher Stimme, und all ihre Arroganz war wie weggeblasen. „Hör mal, folgendes: Wir haben endlich das Auto gefunden. Uns fehlen noch 300.000 für die Anzahlung. Könntest du mir für sechs Monate etwas Geld leihen? Wenn du dir die Soft-Close-Fenster, die schweren Vorhänge und die Renovierung leisten kannst, dann sind 300.000 ja nicht deine letzte Rate. Du ziehst ja sowieso nirgendwo hin – du hast schließlich eine Hypothek. Lass das Geld wenigstens für uns arbeiten.“

Ich hörte mir diesen Monolog an und lächelte.

Es ist erstaunlich, wie schnell ein strenger Hausinspektor sich in ein Waisenkind von der Kirchenveranda verwandelt, wenn die richtige Konfiguration im Autohaus auftaucht.

„Tut mir leid, Marin“, sagte Andrej mit ruhiger, kalter Stimme. „Du hast doch selbst gesagt, dass uns Pasta und der finanzielle Ruin bevorstehen. Wir haben uns entschieden, deiner Vorhersage zu vertrauen.“

Ich beugte mich zum Mikrofon und fügte deutlich hinzu:

— Die Anzahlung einer anderen Person ist nicht in unserer Hypothek enthalten.

Andrej legte auf und unterbrach damit den empörten Seufzer am anderen Ende der Leitung.

Eine Stunde später klingelte mein Telefon – Nina Arkadjewnas Nummer erschien. Meine Tochter hatte sich offensichtlich ausführlich bei ihrer Mutter über deren gierige Verwandte beschwert.

Ich nahm den Hörer ab und sagte, ohne langes Zureden abzuwarten, um die Situation zu verstehen:

„Vor einer Woche rieten Sie uns, bei Vorhängen und Möbeln zu sparen. Fangen Sie jetzt mit Marinas Auto an zu sparen.“

Im Hintergrund war Viktor Pawlowitschs vertraute Bassstimme am Telefon zu hören:

– Nina, leg auf. Das ist nicht dein Hilfsfonds.

Die Verbindung wurde unterbrochen.

Während Marina ihre Verwandten anrief und verzweifelt nach den fehlenden 300.000 suchte, hatte sich jemand anderes glücklicherweise das Auto gekauft, das sie sich ausgesucht hatte. Einen Monat später kam sie in ihrem alten, ziemlich abgenutzten Kleinwagen zu Besuch bei ihrer Mutter, ohne ihren Fahrzeugbrief erneuert zu haben.

Auf der Einweihungsparty rechnete Marina unsere Schulden aus und eine Woche später unsere verfügbaren Mittel. Nur der Taschenrechner hatte recht: In der Spalte „Für das Auto von jemand anderem“ stand eine glatte Null.

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