Ankündigungen
Im Wohnzimmer saßen Diegos Onkel in ihren Sesseln und tranken Bier an dem Tisch, den sein Vater gebaut hatte. Ein Cousin hatte seine Schuhe auf dem hellen Sofa. Zwei Mädchen spielten auf den Kissen. In ihrem Lieblingssessel, als wäre sie die Königin des Hauses, saß Socorro, Diegos Mutter.
Socorro musterte den Spiegel.
„Geh, Valeria. Wärm die Tortillas auf und koch den Reis. Die Familie muss nicht warten.“ Valeria suchte Diegos Blick.
Er war wie erstarrt, schaute auf sein Handy, als wäre es das Normalste der Welt.
„Diego“, sagte sie und versuchte, ihre Stimme zu beherrschen. „Was ist los mit dir?“
Er blickte nur auf.
„Meine Familie ist zusammengezogen. Kein Drama. Familie.“
Eine Tante hatte sich mit einem Stiefsohn eingelebt.
„Was für ein Schlamassel Diego da angerichtet hat, nicht wahr? Du hast den Jackpot geknackt, kleiner Schlingel. Sei froh darüber.“
Valeria spürte, wie ihr etwas Kaltes den Rücken hinunterlief.
„Dieses Haus gehörte nicht Diego“, erwiderte sie. „Dieses Haus gehört mir.“
Einige Sekunden lang herrschte Stille im Raum.
Dann stieß Socorro ein trockenes Lachen aus.