In diesem stickigen, düsteren Raum fühlte sich die Luft schwer an, durchzogen von einem schwachen Duft nach Lavendelseife und dem metallisch-säuerlichen Geschmack des Giftes, das durch meine Adern strömte. Jeder Atemzug war wie das Einatmen von Glassplittern. Mein Magen krampfte sich heftig zusammen, doch ich presste die Hand auf den Mund und schluckte die Galle hinunter. Ich konnte keinen Laut von mir geben. Nicht jetzt.
„Rachel!“, ertönte Daniels Stimme erneut, eine Oktave tiefer, und das Bild des charmanten, gutbürgerlichen Ehemanns, das er acht Jahre lang verkörpert hatte, war wie weggeblasen. „Ich weiß, du hältst die Tür zu. Mach es nicht noch komplizierter. Du verzögerst nur das Unvermeidliche.“
Neben mir stieß Noah ein leises, klägliches Wimmern aus. Sein kleiner, siebenjähriger Körper brannte; sein Fieber stieg rapide an, verursacht durch das Gift, das Daniel unserem Abendessen beigemischt hatte. Seine Augen, sonst so strahlend und schelmisch, waren glasig und leer, rollten in seinem Kopf.
„Bleib bei mir, mein Schatz, bitte, bleib bei mir“, schrie ich in Gedanken und zog ihn an mich, bis seine feuchte Stirn an meinem Schlüsselbein ruhte.
Auf dem Boden, neben meinem Knie, gab das Handy ein leises, kaum hörbares Rauschen von sich. Die Notrufzentrale war noch da, eine unsichtbare Verbindung zu einer Welt, die meilenweit entfernt schien. Mit zitternder, tauber Hand hielt ich den Hörer ans Ohr.